Wir suchen Menschen, die sich zum Igelpfleger bzw. zur Igelpflegerin ausbilden/anlernen lassen wollen oder Menschen, die schon Igel oder andere Wildtiere gepäppelt/gepflegt haben und Vorkenntnisse besitzen.
Auch benötigen wir jemanden, der uns in den Sommermonaten beim Auswildern von Igeln hilft. Dazu benötigen Sie v.a.D. ein größeres Auto/Kombi, um damit ein Gehege transportieren zu können.
Des Weiteren suchen wir einen Schreiner oder handwerklich begabten Tierfreund, der für uns Schlafhäuser oder Futterpaletten baut.
Auskunft zu allen ehrenamtlichen Posten erteilt Kristina Bruins.
Email: info(at)igelverein-aurich.de
AUSBILDUNG ZUM IGELPFLEGER oder ZUR IGELPFLEGERIN:
Alles, was Sie dazu brauchen, ist Liebe zum Tier, Verständnis für die Natur, Verlässlichkeit ― und manchmal auch ein dickes Fell! ….Und das ist schon eine ganze Menge.
Ehrenamtlich bedeutet zudem, dass Sie dafür kein Geld erhalten. Die Grundausstattung fürs Päppeln bekommen Sie von uns. Der Verein (oder besser gesagt, mein Mann und ich) übernehmen auch die Kosten für event. Medikamente, Kotuntersuchungen oder Tierarztbesuche. Das Reinigungsmittel für die Igelboxen, ggf. Einweghandschuhe und das Futter für die Tiere müssen Sie (noch) selbst bezahlen, weil unser Verein kaum Spendengelder erhält, aber auch daran arbeiten wir. Allerdings können Sie das Futter zum Einkaufspreis bei uns bekommen. Des Weiteren benötigen Sie einen beheizbaren Raum mit Fenstern zur Unterbringung. Pflegebedürftige Igel benötigen eine Raumtemperatur von ca. 21 Grad. Feuchte, dunkle Keller oder Garagen eignen sich nicht zur Unterbringung. Außerdem muss in den Sommermonaten gewährleistet sein, dass keine Fliegen an die Igel kommen!
Wir arbeiten mit sehr hohen Standards. Dies bedeutet, jedes Tier (außer Geschwister bis 200-250 Gramm) bekommen eine eigene Box 80x60x50cm und ggf. eine Heizmatte. Außerdem arbeiten wir mit Handtüchern, die Sie sich ebenfalls selbst besorgen müssen. (Die meisten Menschen haben aber einen Stapel alte Handtücher zu Hause und solange die nicht fadenscheinig sind, sind die fürs Igelpäppeln prima.) Jeden Morgen nach dem Reinigen seiner Box und dem Spülen von Futter- und Wassernapf, bekommt jeder Igel ein frisches Handtuch. Die schmutzigen Handtücher müssen Sie sammeln und in Ihrer eigenen Waschmaschine auf 90 Grad auswaschen. ….und wahrscheinlich ist das der Moment, wo Sie kein Interesse mehr haben.
Falls Sie doch noch weiterlesen – die Ausbildung läuft folgendermaßen ab: Sie kommen zu einem Vorstellungsgespräch zu uns. Sind mein Mann und ich danach der Meinung, dass Sie zu uns passen, werde ich Sie einladen, mich bei meiner morgendlichen Routine mit den Tieren ein paar Mal zu begleiten. Dabei lernen Sie das Handling der Stachelbären. Ein Igel kann pieken, wenn man ihn in die Hand nimmt. Er kann seine Stacheln aber auch anlegen. Und wenn man weiß, wie, dann entrollt er sich auch, damit Sie ihn z.B. behandeln können. Ich zeige Ihnen, wie man die Erstuntersuchung bei Igeln vornimmt und wie man Zecken und Flöhe entfernt. Außerdem muss immer ein Päppel-Protokoll geführt werden, in dem z.B. jeden Morgen das Gewicht des Tieres vermerkt wird. (Zum Wiegen reicht Ihre Küchenwaage und eine Plastikschüssel, in die Sie den Igel setzen.)
Tja, und dann bekommen Sie von uns vielleicht einen Igel, den Sie zu Hause päppeln dürfen. Das heißt, Sie sorgen dafür, dass seine Box immer sauber ist, er immer genug Futter und frisches Wasser hat und Sie wiegen ihn jeden Tag. Bis er genug Gewicht hat und (wieder) ausgewildert werden kann. Bei Fragen stehe ich Ihnen dabei immer telefonisch oder per WA zur Verfügung. Vielleicht müssen Sie dabei auch drei Tage Kotproben nehmen, sollte ihr Igelchen noch nicht entwurmt sein. Möglich, dass Sie ihn zum Entwurmen bei mir vorbeibringen müssen, und dann zeige ich Ihnen, wie man das macht. Manche Mittel werden oral verabreicht und andere subkutan. Beides will gelernt sein.
Doch Sie entscheiden selbst, wann und wie viele Tiere Sie nehmen möchten oder was Sie sich zutrauen. Nicht jeder will bspw. einem Tier eine Spritze geben und nicht jeder möchte Igelbabys päppeln, die in den ersten Wochen alle 3 Stunden (auch nachts) gefüttert werden müssen.
Ich will hier nichts beschönigen, aber die meisten Igelpfleger schmeißen nach einiger Zeit das Handtuch. Das ist jammerschade, aber durchaus nachvollziehbar! Welcher Helfer möchte bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit ausbrennen? Ich denke dabei auch an die Zeit, als ich selbst „ausgebildet“ wurde. Ich hatte eine ganz tolle Lehrerin. -Aber sie hatte nicht viele Mitstreiter und bevor ich mich versah, hatte ich von ihr 15 Igel übernommen.
Mir tut es für jeden Igel leid, den wir jetzt (oder in Zukunft) nicht aufnehmen können, weil Kapazitäten fehlen. Aber mein Mann und ich vertreten die Ansicht, dass es nichts bringt, Tiere anzunehmen, wenn man nicht die Zeit, den Platz oder die Helfer hat, alle Tiere adäquat zu versorgen! Uns ist es lieber, dass uns gut ausgebildete Pfleger unterstützen, die lange mit uns zusammenarbeiten, weil sie nicht ausbrennen oder sich überfordert fühlen.
Natürlich möchten wir ein flächendeckendes Netz aus Igelpflegern für ganz OFL aufbauen. Dies bedeutet auch, dass es mit der Zeit mehrere Anlaufstelle geben soll, wo Menschen, die einen hilfsbedürftigen Igel gefunden haben, diesen abgeben können. Aber auch hier steht für uns der Schutz dieser Anlaufstelle im Vordergrund. Die meisten Päppler brennen nämlich nicht aus, weil sie mit der Pflege der Tiere überfordert sind, sondern weil sie das Benehmen einiger Igelfinder nicht mehr ertragen können. Deshalb können Igelfinder sich bei uns generell nur per Email melden. Sie müssen Adresse und Telefonnummer angeben und sich bereit erklären, das Tier zu bringen. Wir rufen diese Leute dann der Regel innerhalb von einer Stunde an. Natürlich kommt es auch dann hin und wieder immer noch zu Diskussionen darüber, warum wir nicht durch halb OFL fahren können, um einen Igel abzuholen oder warum wir nicht telefonisch zu erreichen sind. Aber diese Methode hat gezeigt, dass Menschen, die sich die Mühe machen, eine Mail zu schreiben, sich auch viele eher die Mühe machen, einen Igel ohne Diskussion zu uns zu bringen.
Jemand, der hilfsbedürftige Igel annimmt, braucht jedoch entsprechende Kenntnisse und muss z.B. in der Lage sein, eine Wundversorgung vornehmen zu können oder muss wissen, wie man Fliegeneier oder Maden entfernt. Kurz gesagt: Er oder sie muss Blut sehen können und darf sich nicht ekeln. Wie man wirklich schwer verletzte Igel, die von einem Mähroboter aufgeschlitzt wurden behandelt, lernen Sie dann, wenn Sie das möchten und auch nur, wenn Sie das wollen.
Aber wir brauchen auch Pfleger, die bspw. einen Igel mit Pilz und/oder Milbenbefall aufnehmen. Diese Tiere benötigen eine Intensivpflege, zumal sie alle 3-4 Tage gebadet werden müssen. Hier ist Hygiene zudem noch wichtiger als ohnehin schon!
Einige Tiere können ihre Rekonvaleszenzzeit zudem in einem Außengehege verbringen oder müssen in einem Gehege überwintern. Hierfür suchen wir ebenfalls Mitstreiter.
Der Vorteil eines solchen Netzwerkes besteht auch darin, dass man im Krankheitsfall oder wenn man mal in Urlaub fahren möchte, seine Tiere auf andere Päppler verteilen kann.
Sind Sie interessiert. Schreiben Sie mir eine Email.
Lesen Sie aber bitte auch den Text: TIPPS FÜR SELBSTPÄPPLER
Verantwortliche
Autorin
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Kristina Martha Bruins
Ausbildung zum Igelpfleger
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