UNSERE VISION

Wir möchten für alle Igel, die bei uns abgegeben werden, eine individuelle und den jeweiligen Bedürfnissen (art)gerechte Behandlung und Unterbringung gewährleisten. Dies erfordert viel Zeit!

Auf so einem Niveau kann man keine 100 Tiere gleichzeitig betreuen, selbst wenn man Helfer hat, die einen beim Betreiben einer Auffangstation für Igel unterstützen. Eine solche war auch unser Grundgedanke, als wir diesen Igelverein Anfang 2025 ins Leben riefen.

Mittlerweile haben wir den »Plan« einer Auffangstation jedoch verworfen.
Erstens würde dies die Kosten sprengen – zumal weder die Stadt Aurich noch der Kreis uns Räumlichkeiten zur Verfügung stellen wollten.
Zweitens haben wir es auch nicht geschafft, ehrenamtliche Helfer zu finden, die uns beim Betreiben einer solchen Station geholfen hätten. Eine oder zwei Personen können unmöglich alleine mehr als 20 Tiere betreuen! -Jedenfalls nicht, wenn man allen Tieren gerecht werden möchte.

Ganz abgesehen davon: Tiere, die mehrmals täglich bspw. eine Wundversorgung benötigen oder alle 3 Stunden (auch nachts) gefüttert werden müssen, kann man so oder so nicht in einer Station lassen. Das würde bedeuten, diese müsste rund um die Uhr besetzt sein. Viel praktischer ist es, diese Tiere mit nach Hause zu nehmen und dort zu päppeln oder zu pflegen. (Ein Igelpäppler ist jemand, der unterernährte Igel päppelt bis sie wieder so viel Gewicht haben, dass sie ausgewildert werden können. Igelpfleger ist jemand, der auch (schwere) Wunden behandeln kann.)

Und genau dafür ist es meinem Mann und mir dieses Jahr gelungen, Menschen zu begeistern. Teilweise waren es Personen, die einen Igel gefunden hatten und bereit waren, das Tier selbst zu päppeln – so denn sein Zustand dies zuließ. Und teilweise waren es Leute, die schon länger vorhatten, etwas für Igel zu tun, aber auch nicht die Zeit haben, sich regelmäßig zu festen Zeiten in einer Igelstation zu engagieren. Betreut man die Tiere von zu Hause, ist man viel flexibler.

Diese Menschen bekamen von uns eine Grundausstattung in Form einer Päppelbox, ggf. einer Heizmatte, Handtücher oder Futter und-Wassernäpfchen, Desinfektionsspray zum Reinigen der Box, Kotröhrchen, Vitaminpulver und das Futter für die ersten Tage, sodass sie gleich loslegen konnten. Auf Wunsch auch Einweghandschuhe oder Zeitungspapier zum Auslegen der Box.
(Box, Heizmatte, Näpfchen und Handtücher gegen eine Kaution. Futter, Putzmittel und Handschuhe zum EK-Preis.)
Des Weiteren begleite ich diese Leute via WA. So muss z.B. jeder Päppler oder Pfleger mir jeden Morgen das Gewicht seines Igels oder seiner Igel übermitteln. Ich arrangiere auch die Kotuntersuchungen und entwurme die Tiere falls nötig. Dazu müssen Päppler die Tiere allerdings bei mir vorbeibringen.
Jeder, der möchte, kann sich von mir in Wundversorgung, subkutanem Spritzen und allen anderen Dinge, die man zum päppeln und pflegen von Igeln benötigt anlernen lassen. Bei allen Fragen können die Päppler/Pfleger sich an mich oder meinen Mann wenden.

Ziel ist es, so ein NETZWERK aus vielen Igelpflegern oder Igelpäpplern in OFL zu errichten. Menschen, bei denen der Igel nicht bloß eine Nummer von vielen ist, sondern ein Lebewesen, das gesehen wird und auf dessen Bedürfnisse individuell eingegangen werden kann, weil auch die ZEIT dafür vorhanden ist. 

Päppler und Pfleger entscheiden individuell, wann und wie viele Tiere sie nehmen möchten, ohne auszubrennen, weil sie überfordert werden. Teilweise müssen diese Leute die Kosten für ihre Tätigkeit noch selbst tragen, weil unser Verein kaum spendenfinanziert wird und mein Mann und ich zurzeit noch ca. 50% der Kosten aus eigener Tasche bezahlen. Aber auch daran arbeiten wir.
Allerdings werden wir nie jemanden für seine Tätigkeit als Päppler oder Pfleger bezahlen. Diese wird/muss immer ehrenamtlich bleiben und Spendengelder sind zu 100% dazu gedacht, die Kosten zu decken, die die Genesung der Igel und deren Auswilderung mit sich bringt.
Als erste Vorsitzende des Igelvereins Aurich eV werde ich in diesem Punkt auch immer auf eine „gläserne Bilanz“ bestehen, die am Anfang jeden Jahres für das abgelaufene Jahr für jedermann einsehbar hier auf der Homepage veröffentlicht wird.

Wenn Sie Interesse haben, sich an unsrem Projekt zu beteiligen, dann schreiben Sie mir bitte eine Email.

Verantwortliche
Autorin für die Veröffentlichung:
Kristina Martha Bruins

 

 

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